Lokale und zeitliche Einordnung
1276 wurde der Flecken LUTRA (das spätere Kaiserslautern) durch Rudolf von Habsburg in den Stand einer freien Reichsstadt erhoben. Kaum eine Meile entfernt – im Tal des Otterbachs und unterhalb der bereits zerfallenen Otterburg wurde zu dieser Zeit noch immer an der mächtigen Klosterkirche der Zisterzienser gebaut, die inzwischen um eine Klostermühle, einen Fruchtspeicher, eine Schmiede und ein Klosterspital erweitert worden war. Dank etlicher Schenkungen und der Lage an zwei wichtigen Handelsrouten nach Bingen und Worms war das Kloster zu einem Wirtschaftsunternehmen herangewachsen. Die vielen Aufgaben eines solchen Unternehmens konnten die Zisterzienser alleine nicht mehr bewältigen.
Laienbrüder, Mönche minderen Ranges, die - ohne die Priesterweihen empfangen zu haben - dennoch unter Ablegung eines Gelübdes den Dienst im Kloster versahen, übernahmen die praktischen Arbeiten in Werkstätten und auf den Feldern und somit die Funktion der klassischen "Klosterknechte".
In diesem Umfeld - im Jahr 1280 - gehen wir der Frage nach: Wie lebten Bauern, Handwerker, oder auch die Conversen (Laienbrüder) im Schatten der Abtei? Wie war ihr Tagesablauf? Welche Kleidung trugen sie, was aßen sie und was bewegte sie? Wie stellten sie die für den täglichen Bedarf benötigten Dinge her?
Dies ist der geschichtliche und lokale Rahmen in dem sich "In der ahte mîn" bewegt…

Weinernte, Thérouanne, Nordfrankreich 1265